Das Magazin aus der FW-Landtagsfraktion
Die Energiegewinnung durch Biogas ist spitzen und dauerlastfähig, jederzeit verfügbar und punktgenau nach Bedarf.
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„Biogas ist ein Alleskönner“

5 Fragen an ...Johann Häusler & Dr. Leopold Herz

Die FREIE WÄHLER-Fraktion will die Produktion von Biogas forcieren. Warum das Gas dabei helfen kann, die drohende Versorgungsnotlage bei Strom, Wärme und Erdgas abzufedern, erklären der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Johann Häusler und der agrarpolitische Sprecher Dr. Leopold Herz im Nah dran-Interview.

1. Herr Häusler, Ihre Fraktion will die Biogasproduktion im Freistaat ausbauen. Warum?

Häusler: Der Ukraine-Krieg zeigt ja ganz deutlich, dass wir bei der Energieversorgung unabhängiger und selbstständiger werden müssen. Bevor zu viel Augenmerk auf die Atomkraft gelegt wird, halten wir es für sinnvoll, zunächst das große Potenzial der Energieeinspeisung von regional erzeugten regenerativen Energieträgern, insbesondere von Biogas, zu prüfen.

2. Ist das Potenzial denn tatsächlich so groß?

Häusler: Die derzeitige Stromeinspeisung der bestehenden 2.600 Biogasanlagen in Bayern beträgt etwa neun Terawattstunden – also fast so viel, wie das Atomkraftwerk Isar 2 an Energie produziert – derzeit etwa elf Terawattstunden. Nach aktuellen Schätzungen könnten die bestehenden Biogasanlagen kurzfristig ihre Stromproduktion um rund 30 Prozent erhöhen. Mittelfristig wäre durch verstärkte Vergärung von Abfällen und Reststoffen sowie den Aufwuchs von Dauergrünland und Biodiversitätsflächen eine Verdopplung des Biogaspotenzials möglich. Biogas hat also durchaus das Potenzial, zu einer größeren Netzstabilität im Stromnetz beizutragen und Preisspitzen an der Strom- und Gasbörse zu verhindern.

3. Was steht einer Intensivierung des Betriebs denn im Wege?

Häusler: Um die Biogasproduktion anzukurbeln, bedarf es entsprechender rechtlicher Rahmenbedingungen. Insbesondere müssten kurzfristig praxistaugliche Anwendungen der Düngeverordnung in Kraft treten. Außerdem müssten die Störfallverordnung, das EEG, die Nachhaltigkeitsverordnung, die Privilegierung im Baugesetzbuch und die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen angepasst werden.

4. Herr Herz, müssten an den bestehenden Anlagen auch bauliche Veränderungen vorgenommen werden, um die Auslastung zu erhöhen?

Herz: Technisch sind die bestehenden Biogasanlagen in der Lage, Engpässe bei der Versorgungssicherheit zu verhindern. Durch Überbau und Flexibilisierung könnten sie deutlich mehr Energie erzeugen, als sie heute dürfen. Da dies relativ schnell umgesetzt werden könnte, ist die Biogasbranche im Gegensatz zu anderen regenerativen Energieformen mit ihren langen Bauprozessen am ehesten in der Lage, bis zum nächsten Winter die energetische Versorgung zu gewährleisten.

5. Gibt es weitere Gründe, die für Biogas sprechen?

Herz: Biogas ist ein echter Alleskönner! Die Energiegewinnung durch Biogas ist spitzen- und dauerlastfähig, jederzeit verfügbar und punktgenau nach Bedarf. Es handelt sich um eine sichere Energie, die zudem künftige Generationen nicht belastet. Gleichwohl erfüllt sie den Vorrang für erneuerbare Energie. Wir sollten daher auch über eine Laufzeitverlängerung bestehender Biogasanlagen im EEG nachdenken.


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