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Tobias Gotthardt ist bildungspolitischer Fraktionssprecher und stellvertretender Vorsitzender im Landtagsausschuss für Bildung und Kultus
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Neukonzeption der gymnasialen Oberstufe G9

5 Fragen an... Tobias Gotthardt

Tobias Gotthardt, bildungspolitischer Fraktionssprecher und stellvertretender Vorsitzender im Landtagsausschuss für Bildung und Kultus im Interview. 

1. Herr Gotthardt, die FREIEN WÄHLER haben die Rückkehr zum G9 durchgesetzt. Seitdem arbeitet das Kultusministerium unter Prof. Dr. Michael Piazolo an der Neukonzeption der gymnasialen Oberstufe. Können Sie uns eine Wasserstandsmeldung geben?

Wir bauen mit voller Kraft am neuen G9. Seit Juli 2019 gibt es die Eckpunkte der neuen Qualifikationsphase, im darauffolgenden November wurden Details vorgestellt. Über die Regelungen zum Abitur wurden die Schulen im Juli 2020 informiert. Vor wenigen Wochen wurde außerdem die novellierte Schulordnung veröffentlicht. Parallel dazu laufen seit Monaten eingehende Beratungen in den zuständigen Arbeitskreisen. Zudem starten wir noch diesen Sommer – und damit rechtzeitig vor weiteren Weichenstellungen – eine Dialogphase zur Zukunft der gymnasialen Vielfalt in Bayern. Und natürlich begleitet unsere Fraktion die Fortentwicklung des G9 proaktiv mit parlamentarischen Initiativen.
 

2. Wodurch zeichnet sich das neue G9 aus?

Als FREIE WÄHLER-Fraktion ist uns wichtig, dass die individuellen Stärken der Schülerinnen und Schüler besser gefördert werden. Deshalb führen wir unter anderem ein „Leistungsfach“ als vertiefendes Neigungsangebot ein. Damit sollen individuelle Begabungen und Interessen gezielt aufgegriffen und unterstützt werden. Das Gymnasium ist unsere Bildungsplattform für den Sprung ins berufliche Leben. So schaffen wir beste Voraussetzungen, um die Berufs- und Studierfähigkeit zu fördern – und die Studienabbruchsquoten zu reduzieren.
 

3. Verändert sich auch die Gewichtung der Unterrichtsinhalte?

Ja! Auf unsere Initiative hin erhält zum Beispiel die politische Bildung deutlich mehr Gewicht. Ziel ist, die Werte- und Demokratieerziehung nicht nur durch den Fachunterricht zu stärken, sondern auch durch die Teilnahme an Workshops und Planspielen. So wollen wir das Verständnis für demokratische Prozesse und damit den Willen, sich mit politischen Inhalten auseinanderzusetzen, fördern.

4. Sie wollen die Kinder aber nicht nur für Demokratie sensibilisieren, sondern ihnen auch zu mehr Alltagskompetenz verhelfen.

Schule lehrt fürs Leben. Unser Ziel ist, Kindern und Jugendlichen mehr Kompetenzen zu vermitteln, die sie benötigen, um ihr Privat- und Erwerbsleben zu meistern. Dazu gehören Ernährungs- und Gesundheitsbildung, Verbraucherbildung inklusive Erwerb von Finanzkompetenzen, Lebensvorsorge sowie umweltbewusste und nachhaltige Lebensführung. Wir haben durchgesetzt, dass jedes Kind in seiner Schullaufbahn an zwei Projektwochen teilnimmt – einmal während seiner Grundschulzeit und einmal an der weiterführenden Schule. Damit nimmt der Freistaat einmal mehr eine Vorreiterrolle im föderalen Bildungssystem ein.

5. Kommen bei so vielen neuen Inhalten nicht andere Fächer – etwa Kunst und Musik – zu kurz?

Im Gegenteil! Durch die Fortführung der bewährten Gestaltungsfreiheit an den Schulen geben wir den musischen Gymnasien bayernweit den größtmöglichen Raum zum lokalen Profil. Dazu gehört zum Beispiel auch weiterhin die Möglichkeit zur Bildung von Gruppen ohne vorgeschriebene Mindestgröße, um ein breites Angebot an Leistungsfächern in der Fläche sicherstellen zu können.

Tobias Gotthardt im Gespräch

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