Das Magazin aus der FW-Landtagsfraktion
Susann Enders ist gesundheitspolitische Fraktionssprecherin und hat über zwanzig Jahre lang als OP-Schwester in einem Klinikum in Oberbayern gearbeitet.
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Zukunft der Gesundheitsversorgung

5 Fragen an... Susann Enders

Die vergangenen Monate haben bestätigt, was wir als FREIE WÄHLER-Fraktion seit Langem fordern: Die Daseinsvorsorge – gerade auch im ländlichen Raum – muss bei der politischen Prioritätensetzung auf Platz eins gesetzt werden – das gilt insbesondere auch für das Gesundheitswesen. Welche Maßnahmen unsere Fraktion bereits ergriffen hat, um mehr Gesundheitsvorsorge und -fürsorge in allen Teilen Bayerns zu  implementieren, erklärt unsere gesundheitspolitische Sprecherin Susann Enders im Interview. 

Was hat Ihre Fraktion denn bereits für eine bessere Gesundheitsversorgung getan?

Uns als FREIE WÄHLER-Fraktion ist wichtig, mehr medizinische Dienstleistungen in die Fläche zu bringen. Deshalb haben wir zum Wintersemester 2020/2021 eine Landarztquote eingeführt. Seitdem werden 5,8 Prozent aller Medizinstudienplätze an bayerischen Fakultäten an Bewerber vergeben, die sich verpflichten, später als Hausarzt in einem Gebiet mit Unterversorgung zu arbeiten. Seit dem 1. Januar 2021 gibt es zudem eine Landarztprämie in Höhe von bis zu 60.000 Euro pro Antrag. Außerdem haben wir 2.000 zusätzliche Studienplätze in Humanmedizin geschaffen. Denn schon heute gibt es eine Diskrepanz zwischen der Anzahl an Absolventen pro Jahr, die benötigt werden, um die medizinische Versorgung in Deutschland aufrecht zu erhalten, und der tatsächlichen Anzahl an Studienplätzen. 

 „„Besonderes Augenmerk legen wir auf die Stärkung lokaler Pflegestrukturen, denn Menschen sollen dort alt werden können, wo sie zu Hause sind.“

Susann Enders, MdL

Ist es mit mehr Studienplätzen allein denn getan? Viele Bewerber sind in der Vergangenheit ja auch am Numerus Clausus gescheitert.

Richtig, und genau das haben wir als FREIE WÄHLER-Fraktion auch immer kritisiert. Denn ein Einserabitur macht noch keinen guten Arzt. Deshalb haben wir als Teil der Staatsregierung die Zulassungsvoraussetzungen für das Medizinstudium angepasst und eine deutliche Aufwertung der Studieneignung erreicht. Insbesondere eine einschlägige berufliche Vorerfahrung – etwa im Rettungsdienst oder als Pflegekraft – sowie ehrenamtliches Engagement werden seitdem im Hochschulzulassungsverfahren deutlich stärker gewichtet.

Sie haben aber nicht nur die Ärzte im Blick, oder?

Nein, denn zu einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung gehören viele weitere medizinische Berufe. Deshalb ist es uns wichtig, die Gesundheitsberufe insgesamt zu stärken. So haben wir – sozusagen als ersten Amtsakt als Regierungsfraktion – ein Gründerpaket für Hebammen eingeführt. Freiberufliche Hebammen erhalten seitdem eine Niederlassungsprämie in Höhe von 5.000 Euro. Außerdem haben wir bereits zum Schulhalbjahr 2018/2019 die Schulgeldbefreiung für Heilberufe durchgesetzt. 

Gibt es auch aktuelle parlamentarische Initiativen?

Ja, die gibt es! Gerade haben wir ein umfangreiches Antragspaket eingebracht, um dem Fachkräftemangel in Arztpraxen entgegenzuwirken. Denn immer mehr Arzthelferinnen und Arzthelfer brechen vorzeitig ihre Ausbildung ab oder steigen bereits nach wenigen Jahren wieder aus dem Beruf aus. Viele Ärztinnen und Ärzte fürchten bereits einen Fachkräfteengpass. Um diesen alarmierenden Trend aufzuhalten, wollen wir den Beruf des Medizinischen Fachangestellten aufwerten.

Eng verknüpft mit der Gesundheitsversorgung ist die Pflege. Was tun die FREIEN WÄHLER, um die Situation für pflegebedürftige Menschen in Bayern zu verbessern?

Besonderes Augenmerk legen wir auf die Stärkung lokaler Pflegestrukturen, denn Menschen sollen dort alt werden können, wo sie zu Hause sind. So setzen wir uns für den flächendeckenden Ausbau erfolgreicher Modelle wie dem der „Gemeindeschwesterplus“ ein und streben eine Ausweitung des Programms „PflegesoNah“ für die Pflege in den Kommunen an. Außerdem fördern wir das in den Niederlanden sehr erfolgreiche Modellprojekt „Buurtzorg“ in der Nachbarschaftshilfe, das – verkürzt erklärt – ambulante Pflege in kleinen Teams ohne Hierarchien anbietet. Und weil wir wollen, dass die Menschen im Freistaat in Würde alt werden, haben wir 1000 zusätzliche stationäre Pflegeplätze und 500 Kurzzeitpflegeplätze geschaffen. Und auch für die Einrichtung einer Pflegekammer als unabhängiges Gremium für Pflegekräfte machen wir uns weiterhin stark.

Susann Enders im Gespräch

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