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Hubert Aiwanger - stellvertretender Ministerpräsident und Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie
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Aus dem Ministerium

"Mein Ziel ist, dass Bayern zum Hightech-Standort in der Wasserstofftechnologie wird“

"Grüner Wasserstoff ist eine Schlüssel-Technologie, um industrielles Wachstum und Klimaschutz miteinander zu vereinbaren.“
Hubert Aiwanger ist stellvertretender Ministerpräsident und Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.
 

Herr Aiwanger, Sie setzen große Hoffnungen in die Wasserstofftechnologie. Warum?

In bin der Überzeugung, dass wir mit Wasserstoff nicht nur die Energieversorgung langfristig sicherstellen, sondern gleichzeitig auch die ökologische Frage lösen können. Deshalb räumen wir der Entwicklung und dem Aufbau der Wasserstoffwirtschaft in Bayern eine ganz hohe Priorität ein. Mein Ziel ist, dass Bayern zum Hightech-Standort in der Wasserstofftechnologie und damit zum Weltmarktführer wird.
 

Grüner Wasserstoff ist eine Schlüssel-Technologie, um industrielles Wachstum und Klimaschutz miteinander zu vereinbaren.

Bei der Wasserelektrolyse wird Wasser (H2O) unter Einsatz von Strom in die Bestandteile Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) zerlegt. Dabei wird die elektrische in chemische Energie umgewandelt und im Wasserstoff gespeichert.  

Sie bezeichnen Wasserstoff als den „Schlüssel zur Energiewende“. Aber ist der Wasserstoff denn wirklich ein klimafreundliches Allheilmittel?

Das hängt davon ab, wie er hergestellt wird. Grüner Wasserstoff ist zu 100 Prozent klimaneutral und kann damit weltweit eine entscheidende Rolle bei der Energiewende spielen. Wasserstoff kann neben Solar- und Windkraft auch aus Biogas, Holzgas oder Abfall gewonnen werden. Gleichzeitig ist Wasserstoff gut zu transportieren und äußerst vielseitig – das Anwendungsspektrum reicht von der Stahl- und Chemieindustrie bis hin zum Verkehr. Das macht grünen Wasserstoff zu einer Schlüsseltechnologie, um industrielles Wachstum und Klimaschutz miteinander zu vereinbaren.
 

Was unternimmt das Wirtschaftsministerium denn ganz konkret, um diese innovative Technologie zu fördern?

Unsere im Mai 2020 gestartete Bayerische Wasserstoffstrategie soll Wasserstofftechnologien „Made in Bavaria“ möglichst schnell in die breite Anwendung bringen. Die Technologieentwicklung treiben wir mit einer breiten Forschungsoffensive voran. Mit dem neuen Zentrum Wasserstoff.Bayern (H2.B) sorgen wir dafür, dass die Zukunft der klimaneutralen Energiegewinnung vorangetrieben wird. Außerdem haben sich auf unsere Initiative hin bereits über 190 Akteure aus Forschung, Wirtschaft und Kommunen zum Wasserstoffbündnis Bayern zusammengeschlossen, um die Wasserstofftechnologie im Freistaat interdisziplinär weiterzuentwickeln.
 

Geht es nach Ihnen, soll in Pfeffenhausen in Niederbayern ein eigenes Wasserstoff-Zentrum entstehen. Wie könnte der Freistaat von einer solchen Einrichtung profitieren?

Das Wasserstoff-Technologie-Anwenderzentrum (WTAZ) Pfeffenhausen soll Unternehmen und allen voran Mittelständlern Unterstützung bieten – angefangen bei angewandter Forschung und Entwicklung über Erprobung und Zertifizierung bis hin zu den Themen Standardisierung und Internationalisierung. Ein WTAZ Pfeffenhausen wäre nicht nur ein Gewinn für die Region, sondern ein Jackpot für ganz Bayern.

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Mitte Juni traten Sie und Bundeswirtschaftsminister Altmaier vor die Presse, um zu verkünden, dass Bund und Freistaat sechs bayerische Wasserstoffprojekte mit rund einer Milliarde Euro fördern wollen. Welche Projekte sind das denn im Einzelnen und was erhoffen Sie sich von der Förderung?

Die Förderung soll Wasserstoff weiter aus der experimentellen Ecke herausholen und Schub geben für die Anwendung der Technologie im industriellen Maßstab. Bayern war 2020 Vorreiter beim Thema Wasserstoff. Jetzt ist der Funke international übergesprungen. Das erkennt man daran, dass die sechs Förderprojekte eingebettet sind in eine europäische Förderinitiative (IPCEI). In den sechs bayerischen Projekten sollen nun Elektrolyseure, Speichertechnologien und Brennstoffzellensysteme entwickelt, produziert und angewendet werden. Wir decken also die gesamte Wertschöpfungskette ab. Dies ist ganz im Sinne unserer Bayerischen Wasserstoffstrategie, die auf die Technologieführerschaft im Bereich Wasserstoff abzielt.
 

In Kürze wird es sogar „Wasserstoffkümmerer“ im Freistaat geben. Was ist deren Aufgabe?

Drei Wasserstoffkümmerer unterstützen bald schon den Ausbau der Wasserstoffwirtschaft in Bayern. Sie sind Ansprechpartner für Kommunen und Unternehmen, die konkrete Wasserstoffprojekte anstoßen wollen. Denn außerhalb von Forschung und Großindustrie ist Wasserstoff für viele Anwender Neuland. Ihnen stellen wir Experten zur Seite. Will also eine Kommune oder ein Investor eine Wasserstofftankstelle oder eine Elektrolyseanlage errichten, dann sind unsere Kümmerer die ersten Ansprechpartner, um die Idee zu diskutieren und Wege zur Realisierung zu finden. Die Wasserstoffkümmerer sind eine ideale Ergänzung für das Zentrum Wasserstoff. Bayern: Das H2.B bringt mit großem Erfolg Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen. Die Wasserstoffkümmerer sind die Brücke zu den Wasserstoffanwendern vor Ort.
 

Was haben Sie sich für die kommenden Jahre noch vorgenommen?

Auf Bundesebene setze ich mich dafür ein, dass klimaneutral produzierter Wasserstoff auf den Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch des Verkehrs angerechnet wird. Damit gäbe es einen Anreiz für die Treibstoffindustrie,
verstärkt biogenen Wasserstoff abzunehmen. Das dient nicht nur dem Klimaschutz, sondern schafft auch zusätzliche Wertschöpfungsmöglichkeiten im ländlichen Raum. Auch im Bereich CO2-freies Bauen gibt es bereits konkrete Pläne. Mein Ziel ist, dass zum Beispiel nach einer Sanierung von Sporthallen und Schwimmbädern die Energie für die Gebäude aus Wasserstoff produziert wird.
 


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