Das Magazin aus der FW-Landtagsfraktion
Folgen Sie uns auf...

Besuch bei den Flüchtlingshelfern am Münchener Hauptbahnhof

Politik darf Fehler von 2015 nicht wiederholen

Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine sind über fünf Millionen Menschen aus dem stark umkämpften Land geflohen. Über 100.000* von ihnen sind mittlerweile in Bayern angekommen. Eine ihrer ersten Anlaufstellen: der Münchener Hauptbahnhof. Bei einem Besuch des Bahnhofs haben sich Abgeordnete unserer Fraktion ein Bild von der Situation vor Ort gemacht.

Die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer am Münchener Hauptbahnhof sind für ankommende Flüchtlinge die erste Adresse: Von ihnen bekommen die Geflüchteten Lebensmittel, Kleidung, Decken und die wichtigsten Informationen. Es steht außer Frage, dass die stetig steigende Zahl an Geflüchteten ohne dieses großartige Engagement nicht bewältigt werden könnte. Für diese enorme Hilfsbereitschaft gebührt allen Ehrenamtlichen nicht nur Dank, sondern auch das Versprechen, dass sie bei dieser Mammutaufgabe nicht wie 2015 im Stich gelassen werden.

Das Kredo „Whatever it takes“, mit dem wir gut durch die Corona-Pandemie gekommen sind, muss nun auch für diejenigen Menschen gelten, die wegen Putins Überfall auf die Ukraine bei uns Hilfe suchen.

Vom Bund fordern wir deshalb zeitnah eine Koordinierungsinfrastruktur, um die ankommenden Menschen schnell und unbürokratisch auf die Bundesländer zu verteilen, sowie zusätzliche Manpower in den Kommunen und Landratsämtern. Hilfe ist insbesondere auch für kranke oder traumatisierte Kriegsflüchtlinge vonnöten. Doch noch fehlt es an Strukturen, um psychologische Hilfe und medizinische Erstversorgung zu leisten. Zudem gilt es, rasch ein Netz aus nahe gelegenen Notunterkünften aufzubauen.

Doch auch die Kommunen müssen jetzt rasch die notwendige Infrastruktur aufbauen – immerhin werden ihnen die Kosten für die Aufnahme von Flüchtlingen vom Freistaat vollständig erstattet. Denn was eine schlechte Organisation für die ankommenden Menschen bedeutet, konnten wir bei unserem Besuch am Münchener Hauptbahnhof mit eigenen Augen sehen: Schlafen auf dem Bahnsteigboden, kein Strom für warme Getränke, keine Corona-Teststation und eine einzige Toilette für Flüchtlinge – gegen Bezahlung.

Diese miserablen Zustände in den ersten Wochen nach Kriegsausbruch hat die Stadt München nach unserem Weckruf Gott sei Dank rasch beseitigt. Und auch wenn unsere Eindrücke nur Momentaufnahmen waren und sich daraus nur bedingt allgemeingültige Erkenntnisse ableiten lassen, zeigt sich doch: Das Kredo „Whatever it takes“, mit dem wir gut durch die Corona-Pandemie gekommen sind, muss nun auch für diejenigen Menschen gelten, die wegen Putins Überfall auf die Ukraine bei uns Hilfe suchen. Bund, Länder und Kommunen müssen dazu an einem Strang ziehen.

* Stand Redaktionsschluss

Krieg in Europa: Flucht nach Deutschland –Interview mit Alexander Hold

Die Nah-dran-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von YouTube angereichert.

Um Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Youtube angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.


Folgen Sie uns auf...

Ähnliche Themen


Das könnte Sie auch interessieren: