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Energiewende lokal

5 Fragen an ... Rainer Ludwig

 „Gesellschaftliche Akzeptanz ist grundlegend für Gelingen der Energiewende.“

Einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz kann die Energiewende leisten, denn erneuerbare Energien sind nachhaltig, klimafreundlich und energieeffizient.  Im Interview erklärt unser energiepolitischer Sprecher Rainer Ludwig, wie die Energiewende in Bayern gelingen kann. 

" 2019 wurde in Bayern bereits mehr als die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt.“
 

1. Herr Ludwig, Hand aufs Herz: Wie kommt die Energiewende in Bayern voran?

Ludwig: Sie kommt gut voran – muss aber forciert werden: Bereits 2019 wurde in Bayern mehr als die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt und bei der Novelle des Erneuerbare­-Energien-­Gesetzes 2021 ist es unserer Fraktion gelungen, wichtige bayerische Anliegen auch auf Bundesebene zu verankern. Wir haben in Bayern die Solar-Freiflächen-Kulisse von 30 auf 200 Anlagen p. a. erhöht; mit unserer Bayerischen Wasserstoffstrategie stärken wir diese Schlüsseltechnologie. Denn grüner Wasserstoff ist eine zentrale Säule unseres zukünftigen Energiesystems.

2. In Bayern wird bald das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet. Bekommen wir dann ein Problem mit der Versorgungssicherheit?

Ludwig: Diese Sorgen sind meines Erachtens nicht begründet: Die Bundesnetzagentur bestätigt in ihrem fortlaufenden Monitoringbericht, dass Deutschland ein sehr hohes Niveau an Versorgungssicherheit aufweist und auch im internationalen Vergleich ganz weit vorn liegt. Der Ausstieg aus Kernenergie und Kohleverstromung wird sukzessive durch einen ambitionierten Ausbau erneuerbarer Energien forciert und kompensiert. Wir FREIE WÄHLER setzen daher auf eine technologieoffene Energiewende, einen sinnvollen Energie-Mix, ergänzt durch den intelligenten Ausbau der Verteilnetze, sowie auf dezentrale Reservekapazitäten in Extremsituationen. Insbesondere Gaskraftwerke spielen dabei eine prioritäre Rolle. All diese Maßnahmen garantieren Stabilität, Nachhaltigkeit, Versorgungs-, System­ und Netzsicherheit.

3. Herr Ludwig, die FREIEN WÄHLER wollen den Ausbau der Windkraft in Bayern forcieren. Kann das mit den bestehenden Einschränkungen durch die 10H-Regel überhaupt gelingen?

Ludwig: Es ist richtig, dass die 10H­Regel den Windkraftausbau auch in Bayern weitestgehend zum Erliegen gebracht hat. Deshalb fordern wir FREIE WÄHLER schon lange eine Anpassung der Regel. Allerdings bedarf es hierzu auch der Überzeugung unseres Koalitionspartners. Mit innovativen Ansätzen wie der Einführung von regionalen „Windkümmerern“ für bayerische Kommunen oder unserer „Windoffensive Wald“ setzen wir neue kraftvolle Impulse – denn das Potenzial ist da.

„Der Ausstieg aus Kernenergie und Kohleverstromung wird sukzessive durch einen ambitionierten Ausbau erneuerbarer Energien forciert und kompensiert.“
 

4. Reicht das für eine erfolgreiche Energiewende?

Ludwig: Grundlegend für ein Gelingen der Energiewende ist die gesellschaftliche Akzeptanz. Deshalb wollen wir, dass Bürger, Kommunen und Unternehmen als entscheidende Erfolgsfaktoren in die Energiewende miteinbezogen und beteiligt werden, beziehungsweise davon profitieren können. Unser Ziel ist, dass möglichst viel erneuerbare Energie dezentral und mit Wertschöpfung vor Ort produziert wird. Außerdem müssen die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität künftig noch stärker zusammengedacht werden.

5. Was halten Sie von dem Vorschlag einer CO2-Bepreisung?

Ludwig: Rein volkswirtschaftlich betrachtet und im Gegensatz zu anderen klimaschutzpolitischen Maßnahmen folgt die CO2-Bepreisung dem Verursacherprinzip und wirkt unmittelbar dort, wo die Emissionen entstehen. Gerade die CO2-Bepreisung ist ein effektives Instrument, das einen Anreiz zur Verhaltensänderung liefert und ausgewogen für soziale Gerechtigkeit sorgt. Allerdings lehnen wir nationale Alleingänge ab. Wir brauchen international koordinierte Lösungen, die zumindest EU-­weite Gültigkeit besitzen.

Rainer Ludwig im Gespräch

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