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Für mehr Energieunabhängigkeit

Energiegewinnung möglichst in eigener Hand

Durch den Import von Gas und Öl ist die Abhängigkeit von Russland in den vergangenen Jahrzehnten erheblich gewachsen. Diese kommt uns nun teuer zu stehen. Wir sind deshalb gut beraten, unsere Energieversorgung breiter aufzustellen und dafür zu sorgen, dass ein möglichst großer Teil der Energiegewinnung in unserer eigenen Hand liegt. Verschiedene kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen können dabei helfen.

kurzfristig

Weiterbetrieb der verbliebenen Kernkraftwerke

Als kurzfristige Maßnahme fordern wir einen Weiterbetrieb der verbliebenen Kernkraftwerke – auch über den April kommenden Jahres hinaus. Denn auch wenn der Ausstieg aus der Kernenergie grundsätzlich richtig ist – gerade vor dem Hintergrund der ungeklärten Endlagerung atomaren Abfalls –, erfordert die aktuelle Krise einen differenzierteren Blick auf die Kernenergie. Für uns ist dabei klar: Das sehr drängende Ziel der Versorgungssicherheit ist für den Moment über das grundsätzliche Ziel des Kernkraftausstiegs zu stellen – solange gewährleistet ist, dass die Sicherheit von Mensch und Umwelt beim Betrieb der Kernkraftwerke weiterhin gemäß den hohen deutschen Standards gewährleistet ist

mittelfristig

Rascher Ausbau der Wasserstofftechnologie und Turbo bei den Erneuerbaren

Zu den mittelfristigen Maßnahmen gehört für uns der Ausbau der Wasserstofftechnologie. Weil wir überzeugt sind, dass im grünen Wasserstoff der Schlüssel für die Energiewende liegt, haben wir das Hochfahren der Wasserstoffwirtschaft schon vor Beginn des russischen Krieges in Angriff genommen. Um diesen ökologischen und nachhaltigen Treibstoff der Zukunft möglichst günstig produzieren beziehungsweise importieren zu können, müssen wir auch verstärkt auf neue globale Energie-Partnerschaften setzen. Griechenland und Spanien intensivieren zurzeit ihre Bemühungen hinsichtlich einer umfangreichen Wasserstoffproduktion. Mit diesen Ländern sollte Deutschland künftig noch enger kooperieren.

Bereits 2019 wurde in Bayern mehr als die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt. Wir setzen dabei auf einen Energie-Mix, der Wind- und Wasserkraft ebenso berücksichtigt wie Sonnenenergie. So haben wir die Solar-Freiflächen-Kulisse von 30 auf 200 Anlagen p. a. erhöht und das erfolgreiche, von Energieminister Hubert Aiwanger aufgelegte bayerische PV-Speicherprogramm bis zur Zielerreichung fortgesetzt. Zudem ist es uns im Bundesrat gelungen, dass die ursprünglich im „Osterpaket“ der Bundesregierung enthaltenen Einschränkungen zur Unterstützung der kleinen Wasserkraft wieder zurückgenommen wurden. Denn die als „klein“ eingestufte Wasserkraft erzeugt pro Jahr rund drei Milliarden Kilowattstunden Strom – das reicht für rund eine Million Haushalte. Damit spielen kleine Wasserkraftanlagen eine wichtige Rolle bei der regionalen Energieversorgung.

Auch die Bedeutung der Geothermie für die künftige Energieversorgung in Bayern nimmt vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs weiter zu. Die Vorteile der Geothermie liegen insbesondere in der Grundlastfähigkeit und der CO2- freien Wärmeproduktion. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Bayern bis 2050 rund 25 Prozent seines Wärmebedarfs im Gebäudesektor durch Geothermie deckt. Dem kostengünstigen Betrieb stehen allerdings hohe Anfangsinvestitionen und ein Risiko beim Erschließen örtlicher Potenziale der Tiefengeothermie gegenüber. Deshalb haben wir Berlin mittels Dringlichkeitsantrages aufgefordert, endlich eine Fündigkeitsversicherung zur Absicherung kommunaler Investitionsprojekte im Bereich der Tiefengeothermie auf den Weg zu bringen

langfristig

Fusionstechnologie könnte wichtigen Beitrag zur Energieversorgung leisten

Wenn wir unseren Energiebedarf langfristig und nachhaltig decken wollen, müssen wir weiterhin auf Forschung und Entwicklung neuer Technologien setzen. Neben den kurz- und mittelfristigen Maßnahmen sehen wir deshalb in der Energiegewinnung mittels Kernfusion eine wichtige langfristige Chance.

Im Gegensatz zur konventionellen Kernenergie, bei der Atomkerne zur Gewinnung von Energie gespalten werden, wird bei der Kernfusion analog zu den Prozessen auf der Sonne durch die Verschmelzung von Atomkernen Energie gewonnen. Bei Temperaturen von 15 Millionen Grad rasen Wasserstoffatomkerne in komprimiertem Plasma so schnell umher, dass sie zu Helium verschmelzen können. Dabei wird Energie freigesetzt.

Die Vorteile sind offensichtlich: Die Brennstoffe stehen in nahezu unbegrenzter Menge zur Verfügung. Grundlagen der Kernfusion sind die Wasserstoff-Isotope Tritium und Deuterium, bei deren Fusion im Gegensatz zur Kernspaltung nur harmloses Helium anstatt gefährlicher radioaktiver Spaltprodukte entsteht. Die Fusionstechnologie ist nachhaltig und sauber und kann nahezu unendliche Mengen von Energie liefern. Deshalb wäre es ein großer Fehler, sich der Kernfusion als eine Möglichkeit der sicheren, wirtschaftlichen, umwelt- und klimaverträglichen sowie vor allem fast unerschöpflichen Energiegewinnung


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