Um ohne bleibende Schäden durch die Krisen zu kommen, benötigt die Wirtschaft schnelle und spürbare Hilfen. Dafür müssen die angekündigten Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise der Bundesregierung schnell umgesetzt werden. Vor allem die Gaspreisbremse und Strompreisbremse werden mindestens bis zum Frühjahr 2024 dringend benötigt. Doch das allein wird nicht genügen. Vielen Betrieben droht eine „ökonomische Gaslücke“, bei der die Produktion trotz Gaspreisbremse nicht mehr rentabel wäre. Um dem entgegenzuwirken, müssen alle staatlichen Kostenbestandteile auf Energie wie die Stromsteuer, die Energiesteuer und der nationale CO2-Preis gesenkt beziehungsweise ausgesetzt werden. Zusätzlich sind umfassende Härtefallregelungen für kleine und mittlere Unternehmen, aber auch die Industrie notwendig.

Daneben dürfen wir nicht vergessen, dass es nach wie vor ein Angebotsproblem auf Europas Energiemärkten gibt. Erdgas und auch Strom sind knapp. Daher müssen wir alles dafür tun, die Nachfrage zu senken. Energiesparen ist das Gebot der Stunde. Alle Verbraucher sind gefordert, den eigenen Bedarf zu hinterfragen und weitere Einsparpotenziale zu heben. Dabei muss der Staat mit Aufklärungsarbeit unterstützen. Auf der anderen Seite müssen wir zur Stärkung der Versorgungsicherheit alle Optionen nutzen, um das Angebot an Energie zu erhöhen. Die drei verbleibenden Kernkraftwerke müssen dafür bis über den Winter 2023/2024 hinaus im Dauerbetrieb bleiben. Zudem müssen die Kohlekraftwerke jetzt ans Netz gehen. Auch der Ausbau aller erneuerbaren Energien und der Stromnetze muss mit deutlich mehr Tempo betrieben werden