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Der Zeitpunkt, unsere Energieversorgungspolitik fundamental neu auszurichten, ist jetzt.
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Für mehr Energieunabhängigkeit

Versorgungspolitik fundamental neu auszurichten

Der russische Überfall auf die Ukraine hat mit alten Gewissheiten aufgeräumt: Offene Märkte und Globalisierung bedeuten mitnichten, dass wir uns über unsere Energieversorgung keine Gedanken zu machen brauchen. Deshalb wollen wir unsere Unabhängigkeit im Bereich der Energieversorgung weiter forcieren.

Ziel muss eine sichere und bezahlbare Energieversorgung bei gleichzeitig beschleunigtem Ausbau erneuerbarer Energien sein. Dazu schlagen wir ein Sonderinvestitionsprogramm des Bundes in Höhe von 100 Milliarden Euro vor. Allem voran braucht die in Bayern zum Erliegen gekommene Windenergie einen kräftigen Schub. Schon lange sprechen wir uns deshalb für eine Evaluierung der 10H-Regelung aus. Dabei wollen wir keineswegs einen Wildwuchs an Windrädern, sondern eine sinnvolle Erweiterung der Windkraft. Möglich wäre dies zum Beispiel in ausgewiesenen Vorranggebieten, privaten Wäldern oder Staatsforsten. Oberste Priorität hat dabei für uns die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger sowie der Kommunen im Freistaat.

Als weiterer Schritt muss die Nutzung der Sonnenenergie weiter forciert werden. Neben der Anpassung der Freiflächenkulisse – beispielsweise durch Agri-Photovoltaik, also die gleichzeitige Nutzung von Landflächen sowohl für die solare photovoltaische Stromerzeugung als auch für die Landwirtschaft – wollen wir das erfolgreiche, von Energieminister Hubert Aiwanger aufgelegte bayerische PV-Speicherprogramm auch 2022 fortsetzen. Doch auch kleinere, innovative Projekte wie etwa Photovoltaikflächen über Parkplätzen oder betriebseigene Stromerzeugungsanlagen können einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten.

Auch die Energiegewinnung mittels Wasserstofftechnologie haben wir weiter im Blick: Denn Wasserstoff ist der ökologische und nachhaltige Treibstoff der Zukunft. Um diesen möglichst günstig produzieren oder importieren zu können, müssen wir auf globale Partnerschaften setzen. Griechenland und Spanien intensivieren zurzeit ihre Bemühungen hinsichtlich einer umfangreichen Wasserstoffproduktion. Mit diesen Ländern sollte Deutschland in Zukunft noch enger kooperieren. Denn beide Länder weisen klimatisch günstige Bedingungen für die Produktion von Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen auf und teilen unser ethisches Wertesystem – anders als etwa viele ölfördernde Länder.

Wichtig ist aber auch, dass es keine Denkverbote gibt. Zwar stehen wir zum Ausstieg aus der Atomkraft, aber mit Blick auf den Ukraine-Krieg müssen wir alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zur Energiegewinnung kritisch überprüfen. Auch über eine vorübergehend stärkere Nutzung von Kohle muss nachgedacht werden, um etwaige Energielieferengpässe überbrücken zu können. Denn es ist davon auszugehen, dass es Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern wird, ehe sich unsere Beziehungen zu Russland normalisieren. Der Zeitpunkt, unsere Energieversorgungspolitik fundamental neu auszurichten, ist deshalb jetzt.


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