Mit unserem Antragspaket zur Gewaltprävention wollen wir im Wesentlichen an drei Stellschrauben drehen: Wir wollen gewaltpräventive Projekte weiterentwickeln, den Gewaltschutz für Frauen mit besonderen Bedarfen optimieren und das Angebot an Gewaltambulanzen ausbauen. So haben wir uns unter anderem erfolgreich für eine Verlängerung des Modellprojekts „Second-Stage“ eingesetzt. Dieses Projekt richtet sich an gewaltbetroffene Frauen sowie deren Kinder und umfasst das gesamte Übergangsmanagement zwischen dem Frauenhausaufenthalt und dem Bezug einer eigenen Wohnung sowie auch die weitergehende Betreuung über die Zeit im Frauenhaus hinaus. Denn wichtig ist nicht nur die Bereitstellung ausreichender Frauenhausplätze als erste Anlaufstelle in größter Not, sondern gerade auch die Chance auf Rückkehr in ein normales, von Gewaltexzessen bereinigtes Leben

Als erste Anlaufstellen für Opfer von häuslicher Gewalt sind niedrigschwellige Angebote und Einrichtungen wie Soforthilfen, Frauenhäuser oder Gewaltambulanzen besonders wichtig. Gewaltambulanzen untersuchen, versorgen und beraten Personen, die Gewalterfahrungen gemacht haben – etwa durch Strangulation, Kindesmissbrauch, Vergewaltigung, Gewalt an älteren Menschen oder Schlägereien. Ziel ist eine frühzeitige
Beurteilung und Dokumentation der Befunde sowie die Sicherung von Spuren, um im Bedarfsfall auch rechtliche
Schritte einleiten zu können. Wir haben die Staatsregierung beauftragt zu überprüfen, ob ein bedarfsgerechter Ausbau dieser wichtigen Einrichtungen in Bayern erforderlich ist.

Auch gewaltbetroffene Frauen mit Behinderungen oder psychischer Beeinträchtigung haben wir im Blick. Sie erfahren körperliche, psychische und sexualisierte Gewalt nicht selten von pflegenden Personen oder betreuenden Angehörigen, sowohl in ihrem häuslichen Umfeld als auch in Einrichtungen. Bedauerlicherweise werden sie selten als Betroffene von Gewalt wahrgenommen und ihr Recht auf Selbstbestimmung wird infrage gestellt. Umso wichtiger ist es, ihre besonderen Bedürfnisse zu berücksichtigen. Deshalb haben wir die Staatsregierung mit einem weiteren
Antrag beauftragt, gemeinsam mit den Trägern der Frauenhäuser zu eruieren, ob spezielle Bedarfe bestehen und inwiefern diese abgedeckt werden können.