Jutta Widmann, gastropolitische Fraktionssprecherin, sprach mit Dr. Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Bayern e.V., und Christian Buchner, Vorsitzender der Marktkaufleute und der Schausteller Landshut sowie Revisor des Bayerischen Landesverbands der Marktkaufleute und der Schausteller e.V. (BLV), über Öffnungsperspektiven für die Gastronomie.

So sehr das Hotel- und Gaststättengewerbe von den Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen getroffen wurde, so deutlich trat auch die Erkenntnis zutage, welch zentrale gesellschaftliche und kulturelle Rolle Volksfeste, Gastronomie und Hotellerie im Freistaat spielen. Doch gerade weil sie essenzieller Bestandteil unseres bayerischen Lebensgefühls sind, dürfen wir den Neustart nicht durch Leichtsinn riskieren. Vielmehr müssen wir mittels durchdachter Hygienekonzepte und Kontaktnachverfolgung weiterhin die Kontrolle behalten.

Neben klugen Öffnungsstrategien braucht es aber auch weitreichende „Wiederbelebungsmaßnahmen“, die über die bisherigen Soforthilfen hinausgehen. Vor allem brauchen wir endlich eine gerechte Besteuerung von Essen – unabhängig davon, ob es im Sitzen, Stehen oder Gehen eingenommen wird. Außerdem muss darüber nachgedacht werden, gastgewerblichen Institutionen die Öffnung für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete zu erlauben – und zwar unabhängig von den Inzidenzwerten. Zudem müssen wir verstärkt auf sinnvolle Hygienekonzepte statt auf Streichungen von Veranstaltungen setzen. Dabei sollten betroffene Branchen und Verbände bei der Entscheidungsfindung mit eingebunden werden.

Wenn Bundesgesundheitsminister Spahn damit Recht behält, dass Veranstaltungen wie Volksfeste zu den Bereichen zählen, die am längsten geschlossen bleiben müssen, dann muss der Bund zudem über eine neue Runde von Corona-Hilfen diskutieren. Denn das Gast- und Hotelgewerbe sowie unsere traditionellen Volksfeste und Märkte mit all ihren Schaustellern und Kaufleuten sind nicht nur zentraler Wirtschaftsfaktor, Steuerzahler und Arbeitgeber in Deutschland und im Freistaat, sondern auch Teil unserer kulturellen DNA.