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PILOTPROJEKT ZUR VERGRÄMUNG VON SAATKRÄHEN

SCHÄDEN DURCH KRÄHEN UNBEDINGT MINIMIEREN

Die Saatkrähen-Population im Freistaat steigt seit Jahren an. Das Problem: Die geschützte Vogelart hält sich fast ausschließlich in der Nähe von Siedlungen auf und sorgt dort für immer mehr Schäden – zum Leidwesen der dort lebenden Menschen. Mit einem Pilotprojekt wollen wir deshalb die Wirksamkeit der letalen Vergrämung untersuchen lassen.

Ende Februar bis Mitte März beginnt der Nestbau in der Saatkrähenkolonie im schwäbischen Asbach-Bäumenheim. Dann kommen die Krähen aus der Umgebung in Scharen herbei, denn bald beginnt die Brutzeit. Der 3. Zwischenbericht zum Saatkrähenmanagement des Bayerischen Landesamts für Umwelt spricht von bis zu 2.000 Vögeln, die im Jahr 2022 an einem Tag im Umfeld der Brutkolonie gezählt wurden. Ihr Ziel: die frisch eingesäten Ackerflächen in der Umgebung. Dort finden sie ihre Nahrung. Kolonien wie die in Asbach-Bäumenheim gibt es zahlreiche in Bayern, da sich die Krähen fast ausschließlich in der Nähe menschlicher Siedlungen niederlassen.

Aktuell gibt es laut Landesamt für Umwelt über 17.000 Brutpaare in Bayern. Mitte der 1950er-Jahre waren es noch weniger als 1.000 Paare. Dass die Saatkrähe damals vom Aussterben bedroht war, steht außer Frage. Damals war die Entscheidung zum Schutzstatus richtig. Mittlerweile hat sich die Art aber erholt und eine Neubewertung des Schutzstatus ist längst überfällig.

Damals war die Entscheidung zum Schutzstatus richtig. Mittlerweile hat sich die Art aber erholt und eine Neubewertung des Schutzstatus ist längst überfällig.

Das legen auch die Zwischenberichte des Modellprojekts zum Management der Saatkrähen in Bayern des Landesamts für Umwelt nahe, das wir 2019 initiiert hatten: Als Folge der unkontrollierten Vermehrung nehmen die verursachten Schäden zuletzt immer weiter zu. Ob in besiedelten Gebieten oder auf dem Feld – weine massive Ansiedlung von Saatkrähen sorgt für gravierende Probleme: Ganze Aussaaten können von den Vögeln vernichtet werden und finanziell fatale Schäden ausrichten.

Mittels Antrag haben wir deshalb ein Pilotprojekt gefordert, in dem die Wirksamkeit der letalen und der nicht letalen Vergrämung von Saatkrähen untersucht werden soll. Das Projekt soll über mehrere Vegetationsperioden hinweg untersuchen, welche Wirkung die Entnahme von Saatkrähen im Rahmen von artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigungen hat. Einbezogen werden sollen nach Möglichkeit auch Grundeigentümer und Jäger vor Ort.

Erst im vergangenen Jahr war eine Bundesratsinitiative unserer Fraktion zur Herabstufung des Schutzstatus der Saatkrähe abgelehnt worden – doch wir geben nicht auf. Vogelschutz darf nicht höher bewertet werden als die berechtigten Interessen der Menschen. Wir werden uns deshalb auch in Zukunft auf Bundes- und Europaebene dafür einsetzen, den Schutzstatus herabzusetzen.


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