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Ökolandbau

Steht die Kombinationshaltung vor dem Aus?

Eine Zeit lang sah es danach aus, dass die Kombinationshaltung eine Perspektive für die Weiterentwicklung von Betrieben mit Anbindehaltung sein könnte. Doch nun treibt die kleinen Milchviehhalter in Bayern die Frage um, ob vom geplanten Verbot der Anbindehaltung durch den Bund auch die Kombinationshaltung betroffen ist. Als FREIE WÄHLER-Fraktion sprechen wir uns klar für den Erhalt dieser Haltungsform aus – sonst könnten bald viele kleinere Milchviehbetriebe vor dem Aus stehen.

Die Kombinationshaltung kombiniert die Anbindehaltung mit einem großzügigen Maß an Bewegung und mit Tierwohlmaßnahmen. Darauf hatten sich 2019 die Bayerische Staatsregierung mit den landwirtschaftlichen Betrieben und der Milchbranche verständigt. Grundlage waren wissenschaftliche Erkenntnisse der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft zur artgerechten Rinderhaltung. Demnach wird den Tieren an mindestens 120 Tagen im Jahr Auslauf ins Freie ermöglicht – und das mindestens zwei Stunden täglich. Möglich ist eine Reduzierung auf 90 Tage Auslauf – vorausgesetzt, dass Betriebe im Stall besondere Maßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls nachweisen können.

Die Kombinationshaltung kann auch in Zukunft eine Perspektive für kleine Betriebe sein

Von dieser Regelung profitieren all jene Betriebe in Bayern, die ihre Kühe einen Teil des Jahres auf Weiden treiben, aber keinen neuen großen Laufstall bauen können. Sei es, weil dieser zu teuer ist oder weil das Baurecht ihnen diese Möglichkeit schlicht nicht einräumt. Durch die Kombinationshaltung verschaffen diese Betriebe ihren Rindern so oft wie möglich Auslauf und bestoßen gleichzeitig die Almen im Sommer mit ihrem Jungvieh. Dadurch leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft im Offen- und Bergland und zur Bewahrung der Artenvielfalt. Gute Gründe also, an der Kombinationshaltung festzuhalten.

Ob diese besondere Form der Haltung aber künftig erlaubt oder verboten sein wird, darüber schweigt sich die Bundesregierung derzeit noch aus. Mit einem Dringlichkeitsantrag haben wir die Ampelregierung im Bund deshalb aufgefordert, alle Formen der Kombinationshaltung von Rindern weiterhin zu ermöglichen. Konkret wollen wir, dass im Gesetzestext deutlich herausgestellt wird, dass der geplante Ausstieg ausschließlich die ganzjährige Anbindehaltung meint, nicht jedoch die Kombinationshaltung. Als wichtiges Signal der Lebensmittelbranche werten wir in diesem Zusammenhang, dass bei der Initiative „Tierwohl“ des Einzelhandels die Kombinationshaltung mit 120 Tagen Auslauf in der Haltungsstufe 2 – die sogenannte „Stallhaltung Plus“ – verankert ist. Das zeigt uns: Die Kombinationshaltung kann auch in Zukunft eine Perspektive für kleine Betriebe sein.


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