EDITORIAL

Für ein liebens- und lebenswertes Bayern

Liebe Leserinnen und Leser,

kaum eine westliche Demokratie kann auf ein dermaßen wirtschaftlich erfolgreiches Jahrzehnt zurückblicken wie die Bundesrepublik. Zwischen 2010 und 2020 profitierten wir als Exportnation vom Aufstieg Chinas, das damals weniger Wettbewerber als vielmehr Abnehmer deutscher Qualitätsprodukte war, und von billiger Energie aus Russland. Doch mit Putins Angriffskrieg auf die Ukraine und der (Wieder-) Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten sind geopolitische Gewissheiten ins Wanken geraten. Die Kosten des täglichen Lebens sind in die Höhe geschnellt, ein neues Zeitalter der Aufrüstung ist ausgerufen. Und China hat sich vom Schwellenland zur globalen Supermacht und zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt gemausert.

Es ist verlockend, mit Wehmut auf Deutschlands goldenes Jahrzehnt zurückzublicken. Doch Fakt ist: Die alte Welt kommt nicht wieder; sie ist technologisch, wirtschaftlich und politisch heute eine völlig andere. Handelskonflikte, Pandemie, Kriege und die Möglichkeiten der Digitalisierung haben die Welt grundlegend verändert. Das Gute daran: In jedem Umbruch, in jeder Krise, liegt auch immer eine Chance. Die Bundesrepublik war immer dann am stärksten, wenn es Krisen zu überwinden galt: Historische Meilensteine wie der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg, die Bewältigung der Ölpreisschocks, die Wiedervereinigung und die Eurokrise zeugen von der Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit Deutschlands.

Gleiches gilt für den Freistaat: Bayern hat es in den 1970er-Jahren geschafft, den Wandel vom klassischen Agrarland zum Industrie- und Dienstleistungsstandort zu vollziehen, und ist heute das wirtschaftsstärkste Bundesland in Süddeutschland. Auch aktuell stellen wir die Weichen auf Zukunft: Wir haben frühzeitig beste Ansiedelungsbedingungen für internationale Tech-Firmen geschaffen. Wir gehen bei den erneuerbaren Energien voran und sind Spitzenreiter beim Photovoltaik-Ausbau. Und wir machen unsere Kinder an den Schulen fit für die Zukunft – mit „Alltagskompetenzen“ und viel zusätzlicher Zeit für Medienkompetenz, Social Media und KI.

Gewiss: Weiterentwicklung bedeutet Ungewissheit und hohes Risiko. Aber machen wir uns nichts vor: Wenn wir am Status quo festhalten, werden wir zu Zuschauern am Spielfeldrand, während andere auf dem Platz um die vorderen Plätze kämpfen. Deshalb arbeiten wir mit aller Kraft daran, den Freistaat auf Kurs zu halten und gleichzeitig fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen. Ich versichere Ihnen: Wir haben schon viel erreicht, auf das wir als Gesellschaft stolz sein können – mehr dazu erfahren Sie in dieser Ausgabe!

Außerdem können Sie nachlesen, wie die Ergebnisse der Kommunalwahl bis in den Landtag und in unsere Fraktion hineinwirken, was wir von den Plänen von Gesundheitsministerin Nina Warken zur Pflegereform halten und warum wir den Sudetendeutschen Tag im tschechischen Brünn ausdrücklich unterstützt haben – trotz Widerstands aus den Reihen einiger tschechischer Abgeordneter.