Viele Themen im Gepäck
Vorstandsklausur in der ewigen Stadt – das bedeutet: einmal von außen auf Bayern blicken,neue Perspektiven kennenlernen und manche Themen mit größerem Abstand sehen.
Tag 1 führte die Mitglieder unseres Fraktionsvorstands zunächst zum ältesten Security Service der Welt: Von einem Offizier der päpstlichen Schweizergarde ließen sich unsere Vorstandsmitglieder Florian Streibl, Felix Locke, Bernhard Pohl, Jutta Widmann, Nikolaus Kraus und Wolfgang Hauber Ausbildung, Tätigkeit und berufliche Stellung innerhalb des 1506 von Papst Julius II. gegründeten Militärkorps erklären – Besichtigung der Waffenkammer der Schweizergarde inklusive.
Bei einem Besuch des Dikasteriums für die Förderung der Einheit der Christen sprachen unsere Abgeordneten mit Kurt Kardinal Koch über die Beziehungen der christlichen Kirchen zum Judentum. Dabei bestätigte der Kardinal die Haltung unserer Fraktion zum Judentum umfassend: Der Schutz jüdischen Lebens und jüdischer Kultureinrichtungen sowie die territoriale Integrität und Souveränität des Staates Israel sind für uns nicht verhandelbar.
Um die Aufarbeitung sowie die Prävention von Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche ging es beim Austausch mit Erzbischof John Joseph Kennedy in der Disziplinar-Abteilung des römischen Glaubensdikasteriums. Der irische Kirchenrechtler ist als Sekretär für Missbrauchsprozesse in aller Welt zuständig. Im Gespräch mit dem Chefaufklärer waren wir uns einig, dass der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ein gesamtgesellschaftliches Phänomen ist, das bis in die Familien hineinreicht, und deshalb in ganzer Breite bekämpft werden muss. Auch der Staat ist aufgefordert, zu handeln – indem er Strafverfolgung betreibt und indem er im besten Fall Gewalt verhindert, bevor sie geschieht: durch Prävention.
Bei einem Besuch des deutschen Friedhofs „Campo Santo Teutonico“ – nur einen Steinwurf vom Petersdom entfernt – ließen sich unsere Abgeordneten vom Camerlengo der Erzbruderschaft, Franco Reale, die Besonderheiten dieser letzten Ruhestätte erläutern. Eine davon: Das Gelände im Besitz der ältesten deutschen Nationalstiftung in Rom gehört nicht zum Vatikan, obwohl es mitten in der Vatikanstadt liegt, sondern ist Teil des italienischen Staatsgebiets.
Im Mittelpunkt von Tag 2 unserer Vorstandsklausur im Rom stand ein Gespräch mit Dr. Matthias Ambros vom Dikasterium für Kultur und Bildung. Mit ihm sprachen wir über die weltweiten Bildungsinitiativen der katholischen Kirche und bestehende Herausforderungen sowie aktuelle Entwicklungen im Bereich kultureller und akademischer Vernetzung. Dr. Ambros gab dabei einen fundierten Einblick in die Arbeit des Dikasteriums und die Bedeutung katholischer Bildungseinrichtungen im globalen Kontext.
Im Anschluss folgte ein Rundgang durch die historische Altstadt Roms. Dabei erhielten unsere Abgeordneten spannende Hintergrundinformationen zu architektonischen, kulturellen und kirchengeschichtlichen Besonderheiten der Stadt. Die Route führte vorbei an bedeutenden Plätzen und Bauwerken, die das einzigartige Erbe Roms sichtbar machten.
Abgerundet wurde das Programm durch eine exklusive Führung im ARD-Studio Rom. Dort bekam der Vorstand spannende Einblicke hinter die Kulissen der Auslandsberichterstattung. Unsere Abgeordneten erfuhren, wie journalistische Beiträge aus Rom entstehen, welche technischen Abläufe dahinterstehen und welche Themen für die internationale Berichterstattung besondere Relevanz besitzen.