Im Fokus: Direkte Demokratie
Direkte Demokratie ist uns ein Herzensanliegen. Deshalb wollen wir die Verfahren bei Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden so vereinfachen und beschleunigen, dass Bürgerinnen und Bürger noch besser informiert und stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden werden können. Das haben wir bei einem Austausch mit Vertretern des Vereins „Mehr Demokratie“ bekräftigt.
Konkret machen wir uns für eine umfassende Digitalisierung der Bürgerbeteiligung stark. So könnten wir uns etwa eine einheitliche Bürger-ID nach estnischem Vorbild vorstellen. Diese würde eine einfache und sichere Online-Abgabe von Stimmen ermöglichen, was die Effizienz steigern und Kosten senken würde. Um Planungsverfahren nicht unnötig in die Länge zu ziehen, sprechen wir uns zudem dafür aus, Unterstützerunterschriften für Bürgerentscheide künftig mit einem Haltbarkeitsdatum zu versehen.
Gleichzeitig ist es uns wichtig, dass die Verwaltungen und Projektverantwortlichen den frühzeitigen Dialog mit den Bürgern suchen. Hier ist neben den bestehenden Möglichkeiten etwa die Einrichtung einer Stelle für dialogische Bürgerbeteiligung zu prüfen.
Schwerpunktthema: Wohnen wieder bezahlbar machen
Wohnen ist ein Grundbedürfnis und Grundrecht, daher haben wir uns auf unserer Tagung auch mit der Frage beschäftigt, wie bezahlbarer Wohnraum für alle gesellschaftlichen Schichten wieder verfügbar wird. Die größten Hemmnisse sehen wir aktuell in zu strengen Anforderungen an Bauprojekte, die teilweise sogar über das gesetzliche Maß hinausgehen.
Insbesondere im staatlich geförderten Wohnungsbau gilt es – etwa beim Brandschutz – gesetzliche Erleichterungen auf den Weg zu bringen, ohne ein Mindestmaß an Schutz zu unterschreiten. Zudem wollen wir für Bauträger und Investoren bürokratische Hemmnisse abbauen, damit sich Projekte schneller verwirklichen lassen.
Entscheidend ist auch, dass die Bauverwaltungen effizienter und digitaler werden, um gestellte Anträge schneller einer Genehmigung zuzuführen. Insbesondere klarere Zuständigkeiten im Verlauf des Genehmigungsprozesses, schlankere Strukturen bei den beteiligten Behörden sowie der Aufbau einer „Ermöglichungskultur“ sollen zu einer schnelleren Bearbeitung beitragen.
Im Dialog: Austausch mit den österreichischen NEOS
Unsere Winterklausur haben wir auch genutzt, um unsere Partnerschaft mit den österreichischen NEOS zu vertiefen, und berieten unter anderem über eine engere Verzahnung in der Digitalpolitik. Ziel ist es, Bayern und Österreich als gemeinsamen Hightech-Standort im Herzen Europas zu positionieren sowie Synergien bei Zukunftsthemen wie Künstlicher Intelligenz und E-Government zu nutzen.
So wollen wir einen gemeinsamen Digital Hub im Alpenraum etablieren, der mittelständischen Unternehmen den Zugang zu Datenökonomie und KI-Anwendungen erleichtert. Auch bei grenzüberschreitenden Mobilitätskonzepten möchten wir stärker an einem Strang ziehen. Unsere Fraktion hat deshalb vereinbart, den Austausch im Rahmen unserer Austrian Bavarian Community – kurz ABC – auch künftig auf parlamentarischer Ebene fortzusetzen.