Von der Aktivrente sollten alle profitieren können
Wer die Regelaltersgrenze erreicht hat und in einem sozialversicherungspflichtigen Job weiterarbeitet, profitiert seit diesem Jahr von der Aktivrente: Bis zu 2.000 Euro im Monat des zusätzlichen Verdienstes sind steuerfrei. Schade ist allerdings, dass nicht jeder von der Regelung profitiert. Deshalb setzen wir uns auf Bundesebene dafür ein, die Aktivrente auf alle Berufsgruppen auszuweiten.
Seit dem 1. Januar 2026 dürfen Rentner im Rahmen der Aktivrente bis zu 2.000 Euro pro Monat steuerfrei hinzuverdienen. Das halten wir angesichts des enormen Fachkräftemangels für begrüßenswert, doch es gibt einen Malus: Die Regelung gilt nur für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Freiberufler, Selbstständige und Beamte können von der Steuerbefreiung bei der Aktivrente bislang nicht profitieren. Einzelne Berufsgruppen steuerlich zu benachteiligen, nur weil sie nicht in einem sozialversicherungspflichtigen Job beschäftigt waren, halten wir für ein völlig falsches Signal an arbeitswillige Menschen im Rentenalter.
Freiberufler, Selbstständige und Beamte sowie Land- und Forstwirte leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Wirtschaft und Gesellschaft. Rund 10 % der Wirtschaftsleistung ist den deutschlandweit mehr als sechs Millionen Erwerbstätigen der freien Berufe zuzuordnen. Gleichzeitig tragen sie ihre Altersvorsorge selbst und entlasten so die Allgemeinheit. Besonders problematisch ist die Benachteiligung in systemrelevanten Berufen: Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte, Steuerberater und Ingenieure sichern die Versorgung unserer Gesellschaft mit grundlegenden Dienstleistungen – doch wenn sie über die Regelaltersgrenze hinaus arbeiten wollen, gibt es keine steuerlichen Anreize. Gleiches gilt für Beamte, deren Expertise gerade in Zeiten des demografischen Wandels dringend gebraucht wird.
Nach unserer Rechtsauffassung widerspricht die Beschränkung dem Gleichbehandlungsgrundsatz – und sie ist arbeitsmarktpolitisch kontraproduktiv. Eine Öffnung auf alle Berufsgruppen wäre nicht nur aus Gründen der Fairness zu begrüßen, sie würde auch Fachkräfte im Rentenalter vermehrt in ihren Tätigkeiten halten – zum Nutzen für die gesamte Gesellschaft. Im Landtag setzen wir uns deshalb für eine Ausweitung der Aktivrente durch den Bund ein. Von der Zuverdienstmöglichkeit sollen alle profitieren können, die nach der Regelaltersgrenze weiterarbeiten möchten. Wenn das Leistungsversprechen in unserem Land wieder gelten soll, muss jede Form von Arbeit honoriert werden – unabhängig vom Beschäftigungsstatus.